Autorität: Buch 2 der Southern Reach Triologie

Das zweite Buch der „Southern Reach“ Triologie von Jeff VanderMeer kann leider dem ersten Teil der Reihe nicht das Wasser reichen. Im ersten Buch ist alles ein großes Mysterium und man muss sich die Welt selbst zurechterklären. Dazu kommt der sperrige und verschrobene Schreibstil der alles noch unerklärlicher und fremder erscheinen lässt. Selbst die Hauptakteure haben keine Namen, sondern nur Funktionsbeschreibungen. Das stellt das eigene Leseerlebnis vor ganz neue Herausforderungen. Durch diese und noch einige andere Aspekte hebt sich „Auslöschung“ dadurch von der großen Masse an Romanen ab und es hätte meiner Ansicht nach gerne so weitergehen können.

Leider lässt der Autor viele dieser Eigenschaften im zweiten Buch fallen. Figuren haben plötzlich Namen. Southern Reach wird kühl und sachlich analysiert und nicht mehr direkt erlebt. Die Hauptfigur ist eine andere und leider ein eher blass gezeichneter Charakter, ganz anderes als die Biologin aus dem ersten Teil. Zu guter Letzt ändert der Autor auch noch den, von mir so viel gelobten, Schreibstil. War er in „Auslöschung“ noch sowas wie ein Alleinstellungsmerkmal, so schreibt der Autor jetzt wie viele andere eher klassisch, um nicht zu sagen, langweilig und uninspiriert vor sich hin.

Das zweite Buch ist nicht wirklich schlecht und hier und da besinnt sich der Autor an die „guten“ Eigenschaften vom ersten Teil, allerdings will zu keinem Zeitpunkt die gleiche Faszination und Spannung aufkommen. VanderMeer macht einen kompletten Wechsel der Perspektive und vielleicht möchte er das Ganze noch dadurch zusätzlich unterstreichen in dem er auch den Stil des Buches verändert. Mag ich mir das noch als Experiment einreden, so ist es, sollte es tatsächlich die Absicht des Autors gewesen sein, bei mir als gescheitert zu betrachten. Vielleicht bin ich auch einfach mit falschen Vorstellungen an das Buch herangegangen und konterkariere damit die Intentionen des Autors.

Ich setze meine Hoffnung auf Teil 3, „Akzeptanz“. Vielleicht holt mich Jeff VanderMeer dort wieder ab und zieht mich zurück in die faszinierende Welt von Southern Reach.

Der Circle (Roman)

Ich bin gerade mit einem neuen Buch, „Der Circle“ von Dave Eggers, durch. Ich hatte eine gewisse Erwartungshaltung, da das Thema meines Erachtens aktuell und durchaus relevant ist, wurde aber leider enttäuscht. Die Geschichte plätschert ohne erkennbaren Spannungsbogen vor sich hin und die Hauptfigur überzeugt, wenn überhaupt, nur durch Ihre grenzenlose Naivität. Der Autor schafft es leider nicht die Geschichte interessant und spannend zu erzählen. Eine vertane Chance und das obwohl das Buch durchaus gute Ansätze hat, die leider nicht genutzt werden.

Es gibt in der Fernsehserie „Black Mirror“ eine Folge (S3E1 – „Abgestürzt“) die zumindest in Teilen eine ähnliche Dystopie zeichnet, inkl. naiver Hauptfigur. Dort wird das ganze in 45 Minuten abgefrühstückt und dabei wesentlich kurzweiliger und interessanter erzählt. Wer sich also 560 Seiten Langeweile sparen möchte, schaut sich lieber diese Folge an.

Bei „Black Mirror“ sind alle Folgen in sich abgeschlossene Geschichten, d.h. man kann sich S3E1 problemlos ohne die restlichen Episoden ansehen.

Link: Der Circle: Roman

Auslöschung: Buch 1 der Southern Reach Triologie

Ich bin durch den Filmtrailer „Anihilation“ (2018) auf die Geschichte der Southern Reach Triologie aufmerksam geworden und habe mir spontan die deutsche Fassung des Buchs von Jeff VanderMeer gekauft.

Für knapp 11 Euro (Kindle eBook) bekommt man eine gute und spannende aber auch leider viel zu kurze Geschichte geboten. Ich habe das Buch, trotz der etwas sperrigen Schreibweise aus der Ich-Perspektive der Hauptprotagonistin, an einem Wochenende durchgelesen. Nachdem man sich an den Stil gewöhnt hat, lassen einen die Mysterien rund um Area X, der Expedition und der „Biologin“ nicht mehr los und man muss unbedingt wissen wie es weitergeht.

Als ich die letzte Seite des Buches erreicht hatte, wollte ich sofort den nächsten Teil, für weitere 11 Euro(!), kaufen. Leider musste ich feststellen, dass der zweite Teil im gleichen Universum angesiedelt ist aber eine andere Geschichte erzählt. Kurzum, ich habe das zweite Buch der Serie erst einmal nicht gekauft, da einen Teil der Faszination im ersten Buch von der Hauptfigur ausgeht, die im zweiten Teil wohl keine wirkliche Rolle spielt. Eventuell werde ich das in den kommenden Wochen oder Monaten nachholen, bis dahin wende ich mich einer anderen Erzählung zu.

Link: Auslöschung: Buch 1 der Southern Reach Trilogie